Warum Baumarkt-Handläufe oft ungeeignet sind

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Warum Baumarkt-Handläufe oft ungeeignet sind

Und warum Sicherheit mehr ist als ein Stück Metall an der Wand

Viele Angehörige stehen vor der gleichen Situation:

Ein Sturz ist passiert – oder Unsicherheit beim Treppensteigen wird spürbar.
Der erste Gedanke lautet dann häufig:

„Wir holen schnell einen Handlauf aus dem Baumarkt.“

Das wirkt praktisch, unkompliziert und kostengünstig.
Doch genau hier liegt oft das Problem.

Denn ein Handlauf ist nicht automatisch eine Sturzprävention.


1. Standardmaße passen selten zur Person

Baumarkt-Handläufe sind in festen Längen, Durchmessern und Halterabständen erhältlich.

Was sie nicht berücksichtigen:

  • individuelle Körpergröße

  • Greifkraft

  • Pflegegrad

  • Bewegungsmuster

Ein Handlauf, der „irgendwie passt“, reicht bei Pflegebedürftigen oft nicht aus.


2. Keine Analyse des tatsächlichen Sturzrisikos

Ein Baumarkt-Produkt beantwortet keine Fragen wie:

  • Wo beginnt die Unsicherheit?

  • Wird beidseitiger Halt benötigt?

  • Reicht die Greifhöhe?

  • Muss der Handlauf durchgängig geführt werden?

Ohne Analyse bleibt es eine Vermutung – keine Lösung.


3. Montage ist sicherheitsrelevant

Ein häufiger Irrtum:

„Das schrauben wir eben selbst an.“

Doch gerade bei Pflegebedürftigen wirken deutlich höhere Kräfte auf den Handlauf.
Beim Stolpern wird sich nicht vorsichtig abgestützt –
es wird sich festgeklammert.

Fehler bei:

  • Befestigung

  • Dübelwahl

  • Untergrundprüfung

können im Ernstfall fatale Folgen haben.


4. Kein Konzept – nur ein Produkt

Ein Baumarkt-Handlauf ist ein Bauteil.
Sturzprävention ist ein Konzept.

Ein Konzept berücksichtigt:

  • Übergänge

  • Anfangs- und Endpunkte

  • Griffdurchmesser

  • Wandabstände

  • Belastbarkeit

  • individuelle Einschränkungen

Ohne dieses Zusammenspiel bleibt der Handlauf isoliert –
und erfüllt seine Aufgabe nur eingeschränkt.


5. Falsche Sicherheit ist besonders gefährlich

Der kritischste Punkt:

Ein installierter Handlauf vermittelt Sicherheit.
Doch wenn er nicht optimal positioniert oder greifbar ist,
entsteht eine trügerische Stabilität.

Das Risiko wird unterschätzt –
bis es zu spät ist.


Wann ein Baumarkt-Handlauf sinnvoll sein kann

Für gesunde Menschen ohne Einschränkungen
kann ein Standard-Handlauf durchaus ausreichend sein.

Doch sobald:

  • ein Pflegegrad vorliegt

  • Gleichgewichtsstörungen bestehen

  • Greifkraft eingeschränkt ist

  • bereits ein Sturz passiert ist

reicht eine Standardlösung häufig nicht mehr.


Sicherheit beginnt mit Planung – nicht mit dem Kauf

Ein Handlauf sollte nicht nach Preis oder Verfügbarkeit ausgewählt werden,
sondern nach Funktion und individueller Situation.

Denn bei Sturzprävention geht es nicht um Optik oder Schnelligkeit –
sondern um Stabilität, Vertrauen und langfristige Sicherheit.


Fazit: Günstig kann teuer werden

Ein Baumarkt-Handlauf ist schnell gekauft.
Doch wenn er im entscheidenden Moment nicht ausreichend Halt bietet,
sind die Folgen oft erheblich.

Echte Sicherheit entsteht nicht durch ein Produkt,
sondern durch durchdachte, pflegegerechte Planung.

Und genau darin liegt der Unterschied.